Das sagenumwobene Didyma war einer der absoluten Höhepunkte der Reise.
Schon in der ersten griechischen Sage, bevor die 12 Hauptgötter geboren wurden, treffen wir am Anbeginn der mythischen Existenz auf die Urmutter Gaia, der Erde, und Uranos, den Himmel. Under den ersten drei Geschlechtern, die aus dieser Verbindung hervorgingen, befanden sich die Titanen. Von diesen Ur-Titanen bekamen Koios (endete nach einem Aufstand im Tartaros) und Poibe zwei Töchter, Leto und Asteria. Die schöne Titanentocher Leto war natürlich eine Geliebte des Zeus und empfing von ihm die Zwillinge Artemis und Apollon. Über die Geburt der Zwillinge auf der durch Apollon erstrahlten und dann nach ihm benannten Insel "Delos" gibt es viele Sagen, aber über die Zeugung der Zwillinge nur wenige. Eine besagt, dass sich Leto an der Orakelquelle aufhielt, die fortan nach den dort empfangenen Zwillingen (didymoi) "Didyma" genannt wurde und eines der bedeutendsten und vor allem größten Orakel der Antike wurde.
Normalerweise ist, wo der eine Zwilling zu finden ist, der andere nicht weit, und auch hier zeigen Rekonstruktionszeichnungen am Tempel, wo einst ganz dicht bei ein Artemistempel gestanden hat. Vom Artemistempel ist aber leider gar nichts mehr zu sehen.
Dafür sind die Ruinen des Apollontempels umso beeindruckender. Allein die Größe lässt darauf schließen, wie bedeutend das Orakel und wie wertvoll seine Prophezeiungen gewesen sein müssen ;). Der Kopf einer Apollondarstellung von einem der Kapitelle, oberer Säulenabschlusskranz, der Ecksäulen hängt noch im Raum des Hekatetempels im archäologischen Museum in Istanbul. Auch dort waren wir, aber der Raum war derart schlecht beleuchtet, und Fotografieren mit Blitz natürlich verboten, sodass man den Kopf hinten rechts an der Wand hinter dem Hekatetempelfries nur erahnen kann. Hekate war der Mythologie nach die Tochter der Asteria, folglich Apollons Cousine, daher macht die Anordnung im Museum wahrscheinlich einen genealogischen Sinn, der Dunkelheit wegen war es dennoch schade ;).
Schon in der ersten griechischen Sage, bevor die 12 Hauptgötter geboren wurden, treffen wir am Anbeginn der mythischen Existenz auf die Urmutter Gaia, der Erde, und Uranos, den Himmel. Under den ersten drei Geschlechtern, die aus dieser Verbindung hervorgingen, befanden sich die Titanen. Von diesen Ur-Titanen bekamen Koios (endete nach einem Aufstand im Tartaros) und Poibe zwei Töchter, Leto und Asteria. Die schöne Titanentocher Leto war natürlich eine Geliebte des Zeus und empfing von ihm die Zwillinge Artemis und Apollon. Über die Geburt der Zwillinge auf der durch Apollon erstrahlten und dann nach ihm benannten Insel "Delos" gibt es viele Sagen, aber über die Zeugung der Zwillinge nur wenige. Eine besagt, dass sich Leto an der Orakelquelle aufhielt, die fortan nach den dort empfangenen Zwillingen (didymoi) "Didyma" genannt wurde und eines der bedeutendsten und vor allem größten Orakel der Antike wurde.
Normalerweise ist, wo der eine Zwilling zu finden ist, der andere nicht weit, und auch hier zeigen Rekonstruktionszeichnungen am Tempel, wo einst ganz dicht bei ein Artemistempel gestanden hat. Vom Artemistempel ist aber leider gar nichts mehr zu sehen.
Dafür sind die Ruinen des Apollontempels umso beeindruckender. Allein die Größe lässt darauf schließen, wie bedeutend das Orakel und wie wertvoll seine Prophezeiungen gewesen sein müssen ;). Der Kopf einer Apollondarstellung von einem der Kapitelle, oberer Säulenabschlusskranz, der Ecksäulen hängt noch im Raum des Hekatetempels im archäologischen Museum in Istanbul. Auch dort waren wir, aber der Raum war derart schlecht beleuchtet, und Fotografieren mit Blitz natürlich verboten, sodass man den Kopf hinten rechts an der Wand hinter dem Hekatetempelfries nur erahnen kann. Hekate war der Mythologie nach die Tochter der Asteria, folglich Apollons Cousine, daher macht die Anordnung im Museum wahrscheinlich einen genealogischen Sinn, der Dunkelheit wegen war es dennoch schade ;).
Nach meinem geliebtesten Andenken, dem Buch "Ancient Civilizations and Ruins of Turkey" von Ord. Prf. Dr. Ekrem Akurgal (10. Auflage v. 2007) wurde der Temenos (das eigentliche Heiligtum, bzw. die Umgrenzung dessen) des archaische Didymaions bereits am Ende des 8. Jh. vor Chr. begonnen. Danach fand der Tempel in der gesamten Ionischen Welt außerordentliche Anerkennung während der ersten Hälfte des 6. Jh. v. Chr. und selbst der sagenhafte König Krösus habe sein Gold in den Tempel fließen lassen.
Entgegen der Angaben, die man so im Netz findet, dass der archaische Teil nicht rekonstruierbar ist, weil er unter dem hellenistischen Tempel liegt, ist das nicht mehr der Fall und in dem besagten Buch ist dazu auch eine Rekonstruktionszeichnung, die dem sichtbaren hellenistischen Bau in kaum etwas nach steht. Demnach beliefen sich die Maße des archaischen Tempels bereits auf 38,39 x 85,15 m und der Naos, Kernbau, war auch damals bereits von einer doppelten Reihe Säulen, Peristasis, umgeben.
Der hellenistische, jetzt noch sichtbare, Tempel misst in der Grundfläche 51,13 x 109,34 m und ist damit neben dem Artemision in Ephesos und dem Heraion von Samos der drittgrößte Tempel der Hellenistischen Welt! Alleine der Naos misst 29,16 x 87,41 m, also 100 x 300 Fuß, und war 100 Fuß hoch. An der Längsseite hat auch dieser Tempel wieder jeweils 21 Säulen, jedoch anstatt 9 bzw. 8, wie beim archaischen Vorgänger, findet man jetzt jeweils 10 Säulen an den kurzen Seiten. Mit den Säulen in der Vorhalle, dem Pronaos, und denen im Chresmographeion, wo der Orakelspruch geschrieben wird, kam der Tempel auf 124 Säulen!
Der Durchgang ins Innere zu den Bibliotheken und dem Orakel war natürlich nur den Priestern gewährt. So eine wichtige Antwort wollte ja auch vorbereitet werden...
Alleine der Sekos, der heilige Innenhof, misst über 50 x über 20 Meter. Die ihn umgebenden Wände sind über 25 Meter hoch. Die Treppe ist 15,20 m breit und hat 24 Stufen. Die Halle darauf hatte ein 20m hohes Marmordach. Der Pfeiler auf der Südseite des Durchgangs ist noch erhalten und wiegt 70t. Es handelt sich hierbei um den größten erhaltenen Monolithen der Antike.
Je nach Blickwinkel des Besuchers kann der Löwe handzahm aussehen oder ein Maul voller Zähne aufgerissen haben. Mit entsprechender Beleuchtung muss das richtig gut ausgesehen haben.
Dennoch muss auch der archaische Tempel für seine Zeit bereits unglaublich gewesen sein, zumal, ab dem er die bronzene Apollonstatue des Bildhauers Kanachos von Sikyon beherbergte, welche auf das Ende des 6. v. chr. Jh. datiert wird. Nachdem die Perser 494 v. Chr. die Schlacht von Lade gewonnen haben, zerstörten sie Milet und Didyma und verschleppten die Bronzestatue nach Ekbatana.
Erst Ende des 4. Jh. vor Chr., nachdem Alexander der Große die Unabhängigkeit der ionischen Städte zurückerobert hatte, brachte der syrische König Seleukos I die Statue zurück und ließ mit Alexander die Architekten Paionios, der auch am Artemision in Ephesos beteiligt war, und Daphnis einen neuen Tempel konstruieren.
Der Tempel wurde jedoch bis in römische Zeit hinein weitergebaut, sodass man die Stile der verschiedenen Epochen in den einzelnen Säulenreihen und Ornamenten wieder findet, und nie ganz vollendet. Auf jeden Fall ist er unglaublich schön und beeindruckend!
Entgegen der Angaben, die man so im Netz findet, dass der archaische Teil nicht rekonstruierbar ist, weil er unter dem hellenistischen Tempel liegt, ist das nicht mehr der Fall und in dem besagten Buch ist dazu auch eine Rekonstruktionszeichnung, die dem sichtbaren hellenistischen Bau in kaum etwas nach steht. Demnach beliefen sich die Maße des archaischen Tempels bereits auf 38,39 x 85,15 m und der Naos, Kernbau, war auch damals bereits von einer doppelten Reihe Säulen, Peristasis, umgeben.
Der hellenistische, jetzt noch sichtbare, Tempel misst in der Grundfläche 51,13 x 109,34 m und ist damit neben dem Artemision in Ephesos und dem Heraion von Samos der drittgrößte Tempel der Hellenistischen Welt! Alleine der Naos misst 29,16 x 87,41 m, also 100 x 300 Fuß, und war 100 Fuß hoch. An der Längsseite hat auch dieser Tempel wieder jeweils 21 Säulen, jedoch anstatt 9 bzw. 8, wie beim archaischen Vorgänger, findet man jetzt jeweils 10 Säulen an den kurzen Seiten. Mit den Säulen in der Vorhalle, dem Pronaos, und denen im Chresmographeion, wo der Orakelspruch geschrieben wird, kam der Tempel auf 124 Säulen!
Der Durchgang ins Innere zu den Bibliotheken und dem Orakel war natürlich nur den Priestern gewährt. So eine wichtige Antwort wollte ja auch vorbereitet werden...
Alleine der Sekos, der heilige Innenhof, misst über 50 x über 20 Meter. Die ihn umgebenden Wände sind über 25 Meter hoch. Die Treppe ist 15,20 m breit und hat 24 Stufen. Die Halle darauf hatte ein 20m hohes Marmordach. Der Pfeiler auf der Südseite des Durchgangs ist noch erhalten und wiegt 70t. Es handelt sich hierbei um den größten erhaltenen Monolithen der Antike.
Je nach Blickwinkel des Besuchers kann der Löwe handzahm aussehen oder ein Maul voller Zähne aufgerissen haben. Mit entsprechender Beleuchtung muss das richtig gut ausgesehen haben.
Am Architrav, den horizontalen Stützbalken, des Tempels befanden sich übereinander Friese mit Löwengreifen und Stierköpfen und unheilabwehrenden Medusenköpfen.
Dennoch muss auch der archaische Tempel für seine Zeit bereits unglaublich gewesen sein, zumal, ab dem er die bronzene Apollonstatue des Bildhauers Kanachos von Sikyon beherbergte, welche auf das Ende des 6. v. chr. Jh. datiert wird. Nachdem die Perser 494 v. Chr. die Schlacht von Lade gewonnen haben, zerstörten sie Milet und Didyma und verschleppten die Bronzestatue nach Ekbatana.
Erst Ende des 4. Jh. vor Chr., nachdem Alexander der Große die Unabhängigkeit der ionischen Städte zurückerobert hatte, brachte der syrische König Seleukos I die Statue zurück und ließ mit Alexander die Architekten Paionios, der auch am Artemision in Ephesos beteiligt war, und Daphnis einen neuen Tempel konstruieren.


















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